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Hört sich an wie ein Märchen, und doch ist jedes Wort wahr!
Wer das in Amerika erschienene Buch "Wie angle ich mir einen Millionär" gelesen hat, findet darin die weibliche Variante zu diesem hier vorgestellten "Kredittrick für den Weg nach oben".
Nach dem Motto "Bluff ist alles" schafft sich der wahre "Senkrechtstarter" erst einmal die äußere Hülle an, durch die er auf seine Mitmenschen Eindruck machen will. Später kommen die gewünschten Kenntnisse und als dann wächst der Mensch - wie Schiller so schön sagte - mit seinen "höheren Zielen". Auf diese Weise ist der ganze Mensch ein "Kreditwesen", das erst noch bezahlen muß, was es sich nach außen hin bereits aneignete. Aber dem wahren Lebenskünstler fällt das nicht schwer. Im Grunde nutzt er nur Gelegenheiten aus, die andere nicht erkennen.
Manch einer, der seinen Kredit erhöhen wollte, hat mit dem Ausspruch: "Entschuldigen Sie, ich muß mal eben meinen Börsenmakler anrufen..." mehr Eindruck erzielt, als mit noch so guten Unterlagen für bestehende Sicherheiten. Doch auch der wahre Bluff will gelernt sein, und wenn es nur um billige Effekthascherei geht, der läßt lieber die Finger von der Sache.
Reichtum auf Kredit ist an der Börse möglich, in unterschiedlichen Unternehmungen und sogar in den großen Kreisen der "High Society". Allerdings - ein bißchen Talent muß man dafür auch mitbringen. Der Lebenskünstler glaubt so lange an seinen guten Stern, bis er ihm wirklich aufgeht (oder er für sein Tun zur Rechenschaft gezogen wird). Der Pessimist hingegen kann im Golde schwimmen ohne es überhaupt zu merken. Große Bluffer wie Professor Beuys oder in gewisser Hinsicht auch Personen wie "Konsul" Weyer, leben praktisch vom Verkauf einer Ware, die man im Märchen "Des Kaisers neue Kleider" kennenlernte. Doch das klug verpackte "Nichts" wird von den Leuten begehrt und die meisten sind richtiggehend beleidigt, wenn sie für den "süßen Schein" nicht auch bezahlen dürfen!
Irgendwie sind die meisten Menschen wie die Freunde von Tom Sawyer, die für die Gunst den Zaun streichen zu dürfen auch noch bezahlten, während der clevere Romanheld außer seinem Gewinn auch noch das Lob seiner Tante Polly einheimste.